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Auf Christchurch waren wir schon ein wenig vorbereitet, denn sowohl einige Freunde, die früher schon da waren, als auch unser Reiseführer Lonely Planet berichteten im Vorfeld von den Auswirkungen der schweren Erdbeben, die diese Stadt stark getroffen hatten. Der Kern von Christchurch ist effektiv eine einzige Baustelle. Einerseits verdient die Bevölkerung grossen Respekt für den Willen und die Energie, alles wieder aufzubauen. Andererseits war abgesehen vom Wiederaufbau für uns nicht sehr viel zu sehen. Und wir entschieden uns daher, nach einem kürzeren Aufenthalt gleich weiterzufahren nach Akaroa, welches auf der Banks Peninsula (Halbinsel) vor Christchurch liegt. Im sehr touristischen Akaroa blieben wir eine Nacht und fuhren am 14.12 frühmorgens entlang der wunderschönen Küstenstrassen. Die ganze Halbinsel hat unzählige schöne Buchten, Klippen und noch viel mehr Schafe zu bieten. Unsere Reise führte uns anschliessend weiter ins Küstenstädtchen Oamaru, wo wir hofften, Gelbaugen- und blaue Zwergpinguine zu sehen. Unser Caravan Park lag direkt am Bootshafen. Zuerst konnten wir an einem nahe gelegenen Strand aus sicherer Entfernung (die Tiere sind äusserst scheu) beobachten, wie Gelbaugenpinguine in der Abendsonne an Land zu ihrem Nachtquartier schwammen. Später, bei Einbruch der Dunkelheit kamen dann auch die blauen Zwergpinguine an Land. Die lustigen, kleinen Kerlchen schlichen sich im Schutz der Dunkelheit direkt an unserem Campervan vorbei und machten die halbe Nacht lang einen erstaunlichen Lärm. Das Ganze war ein einzigartiges Spektakel.
Von Oamaru führte die Route weiter auf die Otago Peninsula, welche wiederum direkt vor der Stadt Dunedin liegt. Bei den offiziell weltweit einzigen Festland-Brutstädten der Königsalbatrosse sahen wir tatsächlich einige dieser riesigen Vögel durch die Lüfte kreisen. Am Nachmittag besuchten wir die Sandfly Bay (Sandfliegen Bucht). Glücklicherweise war der Name aber nicht Programm und es hatte mehr Seelöwen als Sandfliegen. Zudem sichteten wir nochmals ein paar Pinguine.
Am 17.12 schauten wir uns dann Dunedin an. Ohne einen Besuch der Traditionsbrauerei Speights hat man Dunedin nicht wirklich gesehen. Deshalb degustierten auch wir verschiedene dieser ausgezeichneten Biere und stimmten uns bei Weihnachtsmusik und ca. 25°C langsam aber sicher auf Weihnachten ein. Am darauffolgenden Tag fuhren wir weiter in die Catlins. Diese wenig bevölkerte Region liegt im südöstlichsten Teil der Südinsel. Wir besichtigten dort unzählige schöne Buchten, Strände & Wasserfälle. Zudem trafen wir erneut auf viele Seelöwen (teils fast zu nah…) und ein paar Delfine. Auch sahen wir bei Ebbe Überreste eines versteinerten Waldes aus der Jura Zeit.
In Te Anau, ca. 200 Km westlich der Catlins entschieden wir uns am 20.12 für eine Tour durch eine sehr eindrückliche Glühwürmchen-Höhle. Die Höhle befand sich auf einer kleinen Insel inmitten des riesigen Lake Te Anau und wurde durch einen unterirdischen Fluss ausgehöhlt. Zu Fuss und nach 300 Meter in einem kleinen Boot gingen wir durch die Dunkelheit vorbei an einem Wasserfall und tausenden von Glühwürmchen.
Zwei Tage später erkundeten wir auf einer bequemen Schifffahrt den berühmten Milford Sound (Fjord), welcher im Südwesten an der Tasmansee gelegen ist. Noch am selben Tag fuhren wir weiter nach Queenstown, welches inmitten einer malerischen Berglandschaft direkt am Lake Wakatipu liegt. Die Stadt nennt sich selber stolz Welthauptstadt für Adventure- und Action-Erlebnisse. Wer uns kennt, kann bereits vermuten, dass wir uns anstelle eines Bungee-Sprungs für einen Spaziergang an der Seepromenade und einem anschliessenden Restaurantbesuch entschieden haben. Nach einer Übernachtung direkt am Seeufer, wo wir aus dem Campervan einen traumhaften Sonnenuntergang erleben konnten, ging es weiter ins etwas ruhigere Wanaka. Dort verbrachten wir bei Sonnenschein und ca. 30°C Weihnachten. Am 25.12 unternahmen wir eine längere Wanderung zum Rob Roy Glacier und fuhren schliesslich zum Lake Pukaki, wo wir den Weihnachtsabend mit atemberaubender Sicht auf den Aoraki (Mount Cook) ausklingen liessen.
Nach einer kürzeren Wanderung am Fuss des Aoraki führte die Reise weiter via Lake Tekapo zurück an die Ostküste nach Timaru. Dort verbringen wir nun die letzten Tage in Neuseeland, bevor es an Silvester per Flug nach Auckland und am 2.1. weiter nach Cook Island geht.

Liebe Grüsse
NuR